Abschlüsse an der Windrather Talschule und am Windrather Talkolleg
Jeder Schülerin und jedem Schüler ein individueller Abschluss
Ein zentrales pädagogisches Ziel der Windrather Talschule und des Windrather Talkollegs ist die Erziehung zur Selbständigkeit auf individuellen Lernwegen. Dies wirkt sich natürlich auch unmittelbar auf die Abschlüsse aus. Nicht die Schule bestimmt die Art der Abschlüsse, sondern jede und jeder Jugendliche wird auf dem Weg zu ihrem und seinem Abschluss begleitet.
Voraussetzung dafür ist die schon in Unter- und Mittelstufe angelegte Möglichkeit, mit zunehmendem Alter eigene Wege zu gehen, Selbständigkeit zu erproben und dadurch auch zu üben. Das bezieht sich auf ganz verschiedene Bereiche wie Mathematik, Sprachen oder das Leben in sozialen Bezügen des Alltags und dementsprechend auf sehr unterschiedliche Kompetenzen.
Im Windrather Talkolleg wird dies auf der Grundlage des Gemeinsamen Lernens im „Basislager“ ausgebaut durch die „Lernwerkstätten I und II“, Projektarbeiten, Trainingskurse, künstlerische Arbeit und die „Expeditionen“ in das außerschulische Leben. Die starke Differenzierung im Windrather Talkolleg führt dazu, dass in sehr kleinen Lerngruppen gelernt werden kann.
Am Ende jedes Lernwegs steht ein Abschluss. Frühzeitig werden die Kollegiaten bei der Entscheidung bezüglich des angestrebten Abschlusses beraten. Teils werden die Abschlüsse intern, teils extern erworben.
Interne Abschlüsse
Das Windrather Talkolleg bietet einen eigenen selbstgestalteten (nicht staatlichen)
Kollegabschluss,
mit dem die Kollegiaten ihren ganz persönlichen Lernweg, ihre Entwicklung und Ziele vorstellen, in der Öffentlichkeit eine Würdigung ihrer Leistungen und von durch sie selbst beauftragten Menschen eine Rückmeldung erhalten.
In diesem Rahmen setzen sich die Kollegiaten individuell Schwerpunkte auf Gebieten, in denen sie sich und ihre Leistungen zeigen und sich prüfen lassen wollen. Dies kann in Form von Klausuren oder mündlichen Prüfungen zu bestimmten Themengebieten, Hausarbeiten, Referaten, künstlerischen Projekten und vielem mehr geschehen.
Im Rahmen eines öffentlichen Abschlussfestes stellen die Kollegiaten in Referaten ihren individuellen Lernweg und ihre selbstgesetzten Schwerpunkte vor. Im Anschluss an die öffentlichen Vorträge stellen sie sich einem Kolloquium in einem kleineren Kreis, der aus von ihnen und für sie ausgewählten Menschen (Betreuer aus den Praktika, Lehrer, Eltern, Schüler...) besteht. Hier soll auf der Basis des Vortrags, des Abschlussportfolios und der darin dargestellten Fragestellungen und Ziele ein Gespräch entstehen und die Kollegiaten eine Rückmeldung bekommen, inwieweit sie sich Fähigkeiten und Kenntnisse erarbeitet haben, mit denen sie für ihre zukünftigen Wege und Ziele gestärkt sind.
Die Windrather Talschule und das Talkolleg sehen sich außerdem in der Verant-wortung, das Lernangebot so zu gestalten, dass jeder Kollegiat und jede Kollegiatin den ihm möglichen staatlichen Abschluss erreichen kann. Da das Kolleg kein „Sitzenbleiben“ kennt, wird es im Einzelfall möglich sein, ein zusätzliches Jahr im Windrather Talkolleg zu bleiben.
Folgende staatliche Abschlüsse können nach den auch für andere Waldorfschulen geltenden Regelungen erworben werden:
- Hauptschulabschluss
- Hauptschulabschluss nach Klasse 10
- Fachoberschulreife
Der Hauptschulabschluss kann an Waldorfschulen nach der 10. oder 11. Klasse wie bisher aufgrund der im Unterricht erbrachten Leistungen vergeben werden.
Bezüglich des Erwerbs der sogenannten mittleren Abschlüsse gab es sowohl an staatlichen Schulen als auch an Waldorfschulen in den letzten Jahren einige Veränderungen. Die Abschlüsse der Sekundarstufe I werden an staatlichen Schulen seit 2007 und an Waldorfschulen ab 2009 über teilzentrale Prüfungen vergeben. Das heißt konkret, dass die Schülerinnen und Schüler, die ab dem Jahr 2009 an Waldorfschulen den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 anstreben, am Ende der 11. Klasse jeweils in den Fächern Mathematik, Deutsch und diejenigen, die die Fachoberschulreife anstreben, jeweils in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch eine für ganz NRW zentral gestellte Abschlussklausur schreiben müssen.
Externe Abschlüsse
Abgestimmt mit Waldorfschulen in der Umgebung wird im Windrather Talkolleg – erleichtert durch die kleinen Lerngruppen – auch auf das
Abitur
vorbereitet. Der Übergang zur Nachbarschule ist nach der 12. Klasse vorgesehen und wird individuell begleitet. Hierzu stehen die einzelnen Kollegen im Kontakt mit den Fachkollegen der jeweiligen Waldorfschule, in denen unsere Schüler dann im 13. Schuljahr auf das Abitur vorbereitet werden.
Seit dem Jahr 2008 nehmen die Schüler aller Waldorfschulen in NRW am Zentralabitur teil. Dies bedeutet, dass sie in drei der vier schriftlich geprüften Fächer als Abiturprüfung eine zentral gestellte Klausur schreiben müssen. Die Prüfungsaufgaben einer schriftlichen und der beiden mündlichen Prüfungen werden wie zuvor von den unterrichtenden Kollegen gestellt.
Für das Kollegium des Talkollegs,
Anne Schnitzler
August 2009
Information zur ZP 10 im Jahr 2010 können Sie als PDF-Datei herunterladen.