“Es braucht eine Vision …”

Die Windrather Talschule ist eine Freie Waldorfschule. Sie wurde 1995 in Velbert-Langenberg gegründet – und sie wird seit ihrer Gründung von SchülerInnen mit und ohne sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf besucht. Um ein Schulleben mit einer derart „bunt“ und heterogen zusammengesetzten Schülerschaft gestalten zu können, wurden von vorne herein verschiedene Elemente, wie: „Existentielle Grunderfahrungen“, „Vielfalt der Begabungen“, „Lernorte um die Schule herum“, „Differenzierung“ ernst genommen und in die Ausgestaltung des Schulalltags mit einbezogen. Das hat u.a. dazu geführt, dass ein neuer Umgang mit der Gestaltung der Zeitverhältnisse (flexible „Zeitbögen“ an Stelle des 45-Minuten-Takts) entwickelt wurde.

Durch die Ergänzung des Schulumfelds um einen landwirtschaftlich-gärtnerischen Bereich mit Obstbau, Tierhaltung und Landschaftspflege (auf Hof Dickten), durch die Einbeziehung der unmittelbaren Nachbarschaft entstand etwas, was Lebenspädagogik genannt werden kann. Für die älteren Schülerinnen und Schüler wurde das Schulleben um neue Erfahrungsfelder (die so genannten Expeditionen) im näheren und ferneren Umfeld der Schule (Auslandsaufenthalte, Reisen, Praktika…) ergänzt.

Man kann wohl mit Fug und Recht sagen, dass die Waldorfpädagogik und ihr aus der Anthroposophie Rudolf Steiners entwickeltes Menschenverständnis hilfreich für die Entwicklung eines inklusiven Schullebens ist.

Umgesetzt wird es in den drei verschiedenen pädagogischen Elementen: dem intellektuell-kognitiven, dem künstlerisch-kreativen und dem handwerklich-praktischen Element.

Die SchülerInnen werden von Lehrerteams (Klassenlehrer/Integrationshelfer) begleitet – in den höheren Klassenstufen kommen Fachlehrer hinzu.

Wichtige Erfahrungsfelder sind die Schulküche, die Werkstätten (Schmiede, Werkstatt für Instrumentenbau, Weberei…). Alle Schüler frühstücken gemeinsam – in den unteren Klassen in ihren Klassenräumen, in der Oberstufe in der Mensa. Immer sind Schüler an der Zubereitung der Mahlzeiten beteiligt.

Im 11. Schuljahr nehmen die Schülerinnen und Schüler an den zentralen Prüfungen teil und beenden damit ihre Schulzeit.

Im Anschluss kann das Berufskolleg für Gesundheit und Sozialwesen der Windrather Talschule besucht werden und nach zwei Jahren die Fachhochschulreife erworben werden. Wer die allgemeine Hochschulreife ablegen will, kann nach der 11. Klasse in eine der Nachbar-Waldorfschulen wechseln.

Durch die Zusammensetzung der Lehrerteams durch KlassenlehrerInnen, FachlehrerInnen, heilpädagogisch geschulte MitarbeiterInnen und IntegrationshelferInnen kann ein differenzierter Unterricht  so durchgeführt werden, dass die SchülerInnnen möglichst in ihren besonderen Fähigkeiten erkannt, gestärkt und unterstützt werden.

In vielfältiger Weise pflegt die Schule jahrgangsübergreifende Projekte („Handwerkerwoche“, „Themenepochen“, „Trainingskurse“). Das sind Gelegenheiten, bei denen alle SchülerInnen lernen können, die besonderen Fähigkeiten der Mitschülerin / des Mitschülers zu schätzen.

Dieser Ansatz zeigt, dass man der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderung sehr nahe kommen kann und jeden Menschen als vollwertigen Partner/in erleben kann.

Neben den regelmäßig stattfindenden Projekten zu denen auch die Beteiligung am „WOW-Day“: Waldorf – One – World – Day gehört, wobei an einem Tag im Jahr die SchülerInnen aller Klassen für ein Projekt im Ausland arbeiten. Gibt es noch individuell organisierte – zum Teil klassenübergreifende – Projekte wie z.B. eine Reise nach Ghana, wo ein Aufbauprojekt für einen Kindergarten begleitet wurde oder verschiedene Projekte zur Landschaftspflege auf Juist und Spiekeroog.

In einigen Schuljahren gab es Schulfahrten mit ein bis zwei Übernachtungen, an denen sich alle SchülerInnen beteiligt haben und wo u.a. in jahrgangsgemischten Gruppen Spiele und Wettkämpfe stattfanden.